Interview - in schildesche

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Im Gespräch: Astrid Brausch und Detlef Knabe
„Gemeinsam für einen lebens- und liebenswerten Stadtbezirk“

Schildesche ist ein lebens- und liebenswerter Stadtbezirk: Da sind sich die Interessen- und Werbegemeinschaft InSchildesche und die Bezirksvertretung einig. Aber auch bei vielen anderen Themen sprechen sie eine gemeinsame Sprache.

Im Gespräch erläutern Astrid Brausch, erste Vorsitzende der Interessen- und Werbegemeinschaft InSchildesche, und Bezirksbürgermeister Detlef Knabe die aktuellen Herausforderungen und Aktivitäten in 2016.
Die Veranstaltungstermine der Interessen- und Werbegemeinschaft InSchildesche sind seit langem gesetzt. Insbesondere das erste Highlight in diesem Jahr, Schildesche kulinarisch, das traditionsgemäß an Fronleichnam und am Vorabend des Feiertags stattfindet, bereitet Ihnen jedoch Sorgen.
Bielefeld Marketing veranstaltet parallel und erstmals bereits ab dem Mittwochabend den Leineweber Markt.

Astrid Brausch: Jede Veranstaltung, ganz gleich, ob in der Innenstadt oder in den Stadtbezirken, hat ihre kulturelle Bedeutung und Berechtigung. Alle Veranstalter in Bielefeld sind bemüht, durch ihre Aktivitäten die Attraktivität der gesamten Stadt Bielefeld zu steigern. Es sollte jedoch nicht sein, dass Veranstaltungen miteinander konkurrieren. Vielmehr sollte eine organisatorische Planung dafür sorgen, dass es bei den Terminen in der Innenstadt und in den Stadtbezirken keine Überschneidungen gibt, so dass die Besucher die Möglichkeit haben, alle Veranstaltungen besuchen zu können.
Die Terminierung des diesjährigen Leineweber-Marktes ist sehr unglücklich und zeigt einmal mehr, dass Bielefeld Marketing unter der Leitung von Martin Knabenreich die Stadtbezirke und ihre Veranstaltungen nicht berücksichtigt, sondern
nur die eigenen Interessen in den Fokus stellt. Und das trotz früherer Bekundungen, sich für eine stärkere Unterstützung der Stadtbezirke einzusetzen. Die Verlängerung des Leinewebers und auch das Programm, gerade an den ersten beiden Tagen, zeitgleich zu unserer Veranstaltung Schildesche kulinarisch, spricht da eine deutliche Sprache.
Deshalb überdenken wir zurzeit einen Austritt aus dem Verkehrsverein.

Detlef Knabe: Ein Austausch mit der Interessen- und Werbegemeinschaft und mehr Rücksicht auf die gegenseitigen Interessen wäre zielführender.
Die Stadtbezirke und die Ausrichtung der verschiedenen Stadtteilfeste stellen für die Organisatoren eine große finanzielle Belastung dar. Nach der Katastrophe von Duisburg ist es sowieso schon schwieriger geworden, die hohen Auflagen hinsichtlich des Sicherheitskonzeptes zu erfüllen. Zusätzlich muss man bedenken, dass die Interessen- und Werbegemeinschaft ihre Veranstaltungen ohne jegliches unternehmerisches Interesse stemmt. Hier werden sehr viele Kräfte ehrenamtlich mobilisiert, die verschiedenen Vereine engagieren sich mit großem Einsatz.
Ich habe sehr viel Respekt davor, mit wie viel Professionalität die Verantwortlichen der Interessen- und Werbegemeinschaft die Organisation und Planung im Dialog mit den Vereinen angehen. Im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken wird den Bürgerinnen und Bürgern in Schildesche sehr viel geboten.
Es ist klasse zu sehen, was hier alles läuft. Die Befürchtung, durch Parallelveranstaltungen weniger Besucher zu generieren, ist berechtigt. Vor diesem Hintergrund ist die Kritik von Frau Brausch nachvollziehbar, weil es ihr um die Sache geht. Als Vorsitzende hat sie kein leichtes Amt.

Schildesche kulinarisch wird es am 25. und 26. Mai geben?
Astrid Brausch: Natürlich haben wir, nachdem wir nicht einmal persönlich, sondern über die Zeitung von der Verlängerung des Leinewebers erfahren haben, im Vorstand und mit den Wirten, die diese Veranstaltung tragen, darüber beraten.
Wir werden Schildesche kulinarisch nicht absagen und uns somit der Willkür von Bielefeld Marketing aussetzen. Dann können wir gleich hinter jede unserer Veranstaltungen ein Fragezeichen setzen.
Wir haben mit Schildesche kulinarisch über viele Jahre eine atmosphärisch überaus ansprechende Veranstaltung aufgebaut, die unsere Besucher sehr schätzen, und die wir nicht durch eine Absage enttäuschen möchten. Wir sind optimistisch, dass unsere Gäste uns auch in diesem Jahr die Treue halten. Denn den Leinewebermarkt kann man letztendlich auch noch am Freitag, Samstag und Sonntag besuchen.

Nicht nur für die Durchführung von Schildesche kulinarisch, sondern auch für die anderen Veranstaltungen wie Sound of Schildesche, Stiftsmarkt und Feuerzauber ist großer Einsatz vonnöten. Wie gelingt es immer wieder, so viele Kräfte zu mobilisieren?
Astrid Brausch: Wir sind froh, dass der Teamgeist auf allen Ebenen so hervorragend funktioniert. Das gilt einmal für die Interessen- und Werbegemeinschaft, die nach dem Tod von Klaus Schaffner und der großen Lücke, die er hinterlassen hat, sich neu aufstellen musste. Alle waren bereit, anzupacken. Natürlich ist auch der Schulterschluss mit der Politik ein wichtiger Erfolgsfaktor. Und nicht zuletzt ist die Zusammenarbeit mit der Stiftskirchengemeinde Gold wert. Die Kirche ist ein wichtiger Bestandteil unseres örtlichen Lebens. Wir sind dankbar, dass wir den Kirchplatz für unsere Veranstaltungen nutzen können. Den Bewohner um den Kirchplatz sind wir ebenfalls zu Dank verpflichtet. Sie zeigen eine hohe Toleranz, denn es ist nicht einfach, die Belastungen, die ein Stadtteilfest mit sich bringt, auszuhalten.

Generell ist in Bielefeld eine starke Nachfrage nach Wohnraum festzustellen. Wie ist die Situation in Schildesche?
Detlef Knabe: Dem Drang vieler Menschen in die Stadt müssen auch wir geeigneten Wohnraum zur Verfügung stellen. Deshalb wird es in absehbarer Zeit auch in Schildesche auf städtischen Flächen Wohnungsbaumaßnahmen im sozialen Bereich geben. Die Parksituation gilt als angespannt. Die im Ortskern geltende Parkscheibenregelung sorgt für Zündstoff, weil viele Besucher den Hinweis auf den Schildern an den Einfahrtsstraßen in den Ortskern übersehen
und ihr Fahrzeug ohne Parkscheibe abstellen.

Astrid Brausch: Mit der Parkscheibenregelung im Ortskern sind wir nicht glücklich. Ich habe schon häufig beobachtet, wie aufgebrachte Kunden, die kurz in einem Laden etwas erledigt haben, vergrätzt vor ihrem Fahrzeug standen und stocksauer waren. Und es hat auch Situationen gegeben, wo Bürger und Politesse heftig aneinander geraten sind. Viele Kunden sind so verärgert, dass sie nicht wieder kommen. Versuche, das Amt für Verkehr für das Aufstellen zusätzlicher Hinweisschilder zu bewegen, blieben ohne Erfolg.

Detlef Knabe: Verkehrsrechtlich kann man hier nichts tun, informationstechnisch aber schon.
Ein großes und gut erkennbares Schild an einem markanten Punkt, wie zum Beispiel am Wetterhäuschen, aufzustellen, wäre ohne großen Aufwand möglich. Trotz dieses Problems, können wir zufrieden sein, dass hier kostenloses Parken möglich ist. Zwar etwas vom Ortskern entfernt, vor dem Viadukt, werden künftig weitere Parkplätze entstehen, die insbesondere Besuchern des Obersees nützlich sind. Die Grundstücksfrage ist bereits geklärt.

Aktuell beschäftigt sich die Bezirksvertretung mit der Sanierung der Beckhausstraße. Müssen die Anwohner und Besucher größere Beeinträchtigungen erwarten?
Detlef Knabe: Das wird keine große Maßnahme, weil der Asphalt nur abgefräst wird. Während der Sanierung bleibt die Straße einseitig befahrbar. Ob es später Markierungen für Radfahrer geben wird, ist zurzeit noch ungeklärt.

In den vergangenen Monaten haben einige Geschäftsleute ihreLäden geschlossen - das trägt nicht gerade zur Attraktivität bei.
Astrid Brausch: Die Leerstände im Ortskern sind selbstverständlich nicht schön und wir alle vor Ort wünschen uns, dass die Geschäftsräume möglichst zeitnah wieder von Einzelhändlern bezogen werden, um das Angebot in Schildesche noch vielfältigerzu machen.

Detlef Knabe: Für die Attraktivität unseres Stadtbezirks ist eine gute Infrastruktur enorm wichtig. Deshalb müssen wir alles daran setzen, dass die aktuell freien Geschäftsräume wieder durch Handel belebt werden.

Neben den etablierten Veranstaltungen, welche weiteren Aktivitäten plant die Interessen- und Werbegemeinschaft ?
Astrid Brausch: Wir diskutieren seit Längerem, das kulturelle Angebot zu erweitern. An Ideen mangelt es nicht. Ich bin überzeugt, dass wir hier künftig verschiedene Impulse setzen.

Detlef Knabe: Von Seiten der Politik stehen wir diesem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber. Ich bin optimistisch, dass wir hier gemeinsam, eventuell unter Hinzuziehung des Kulturamtes, etwas bewegen können.

Die Gestaltung des Kreisels an der Engerschen Straße hat Sie schon im letzten Jahr beschäftigt.
Einen Entwurf für die Skulptur gibt es. Wie geht es nun weiter?
Astrid Brausch: Die Bezirksvertretung hat bereits vor längerer Zeit ihre Zustimmung erteilt. Die Finanzierung des Projektes war eine größere Herausforderung. Neben der Bezirksvertretung, die sich finanziell beteiligt, konnten wir auch einige Sponsoren gewinnen. Die Hälfte der Kosten übernehmen wir als Interessen- und Werbegemeinschaft. Ich bin froh, dass nun endlich, nachdem wir alle Widrigkeiten überstanden haben, die Umsetzung erfolgen kann.

Detlef Knabe: Die Gestaltung des Kreisels hat zwar einige Zeit in Anspruch genommen, dafür wird der Kreisel mit dem künstlerischen Projekt ein echter Hingucker. Der städtische Umweltbetrieb wird sich nun um die Bepflanzung kümmern. Hier zeigt sich wieder einmal, wie sich die Interessen- und Werbegemeinschaft für den Stadtbezirk stark macht.


Astrid Brausch, erste Vorsitzende der
Interessen- und Werbegemeinschaft
InSchildesche
Bezirksbürgermeister Detlef Knabe
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